letzte Änderung: 09.08.2011            Braunkohleabbau Mathiaszeche            Das Braunkohlevorkommen der Mathiaszeche Die Mathiaszeche als Betrieb existiert nicht mehr. Im Zwickel, wo die Gemeindeflächen der Gemeinden Ettmannsdorf, Haselbach und Pittersberg zusammentrafen, stellte man Braunkohle fest, auf die man sich in Zeiten der Kohleknappheit besann. Das Braunkohlenvorkommen Mathiaszeche lag 4 km nördlich von Schwandorf an der Kreisstraße 20, eine Abzweigung von der B 85 nach Ensdorf, in der Nähe der Ortschaften Irlbach-Haselbach. Es war in einer von Norden nach Süden streichenden, an den Rändern an den Doggersandstein anstoßenden Tertiärmulde mit einer Ausdehnung von etwa 2000 m Länge und einer zwischen 400 und 500 m wechselnden Breite abgelagert. Das Flöz stieg in der Breite gegen die Ränder an, war also muldenförmig ausgebildet. Die Muldenachse fiel von Norden nach Süden mit etwa 2 Grad ein. Die Mächtigkeit des Braunkohlenflözes betrug im Muldentiefsten 12 bis 15 m und verringerte sich nach den westlichen und östlichen Rändern hin stetig langsam abnehmend auf 5 bis 6 m. Zwei fast regelmäßig auftretende Lettenzwischenmittel von zusammen 1 bis 2 m Stärke teilten es in eine Oberbank 1 bis 2 m stark, das Kernstück von 8 bis 9 m Mächtigkeit und die Unterbank mit einer Stärke von 3 bis 4 m. Ob es sich dabei um drei gesonderte Flöze handelte, war strittig, dagegen sprachen die häufig örtlich auftretenden und wieder verschwindenden weiteren Lettenverunreinigungen in den einzelnen Flözpartien. Wahrscheinlich handelte es sich um ein einziges, vielfach gestört abgelagertes Flöz. Die Eisenwerk-Gesellschaft Maxhütte in Sulzbach- Rosenberg erwarb bereits im Jahr 1913 die Felder, ließ sie aber vorläufig liegen. Während des 2. Weltkrieges begann die Förderung unter Tage. Nach dem Krieg stellte man auf den Tagebau um. Besitzer war die Fa. Stöhr. 1951 übernahm die Firma Kunz & Co., München, die Zeche. Neue Felder wurden erschlossen und Siedlungswohnungen errichtet. Die Entstehung des Kohleflözes geht auf das Miozän, die zweitjüngste Stufe des Tertiärs zurück. Obwohl es sich damit um eine sehr junge Braunkohle handelte, war die Mathiasbraunkohle eine der besten der Oberpfalz mit Durchschnittswerten von 2100 WE/Kg Heizwert, 50 bis 52 % Wassergehalt und 8 bis 12 % Aschegehalt. Der Kohlenvorrat des Vorkommens betrug nach Berechnungen auf Grund der Bohrungen 5,5 Millionen Tonnen, von denen 1957 bereits 1,5 Millionen abgebaut waren. Die Mathiaszeche nahm im Jahre 1951 eine Fläche von 76 Hektar in Anspruch. Im Jahre 1951 wurden 50000 Tonnen Braunkohle gefördert, 1963 waren es 385000 Tonnen. Insgesamt wurden in den Jahren 1951 bis 1965 4,5 Mio. Tonnen Braunkohle der Wirtschaft zugeführt. Flächen von 40 Hektar wurden rekultiviert. Doch wegen Erschöpfung der Lager wurde der Betrieb am 31. Dezember 1966 eingestellt. 70 Arbeitskräfte mussten sich einen anderen Arbeitsplatz suchen. Übrig blieben einige Häuser, die für Wohnzwecke genutzt wurden und die Krater, von denen der südliche als Müll- und Reststoffdeponie dient. Der nördliche Krater wurde mittlerweile zu einem idyllisch gelegenen See mit einer Fläche von rund 8,5 Hektar. 1998 ging er in das Eigentum des Fischereivereins Schmidmühlen über. Auf der Deponie Mathiasgrube wurde von 1972 bis 1982 Haus- und Sperrmüll aus den Landkreisen Amberg- Sulzbach und Schwandorf sowie der Stadt Amberg abgelagert. 1982 übernahm der Zweckverband Mllverwertung Schwandorf die Deponie Mathiasgrube. Seitdem wird dort vor allem Schlacke aus dem Müllkraftwerk eingebaut. In einer Sickerwasserbehandlungsanlage wird das in den Boden dringende Regenwasser stufenweise biologisch und physikalisch gereinigt.
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