Auf altem Kulturboden                     Seite 1 von 10 letzte Änderung: 26.07.2011 zurückblättern Seite 1 von 10 nächste Seite Auf altem Kulturboden Vom Pittersberg öffnet sich der Blick auf die große Naabmulde, in die sich Schwandorf mit der schönen Kulisse des Holz- und Kreuzberges hineingebettet hat. Wenn man es nicht weiß, dann merkt man es nicht, daß zu Füßen dieser Siedlungsfläche diesseits der Naab das alte und neue Krondorf immer stärker wächst. Wir befinden uns hier in einem alten Siedlungsraum, der schon in vorgeschichtlicher Zeit die Menschen angelockt hatte, wie es die im Jahre 1964 auf dem nach SO geneigten-sandig steinigen Talrandplateau ssw der Ortschaft Richt aufgefundene Hornsteinklinge aus der Steinzeit nachweist. Im Jahre 1932 fand man bei Baggerarbeiten der Fa. Allkofer in der Naab an der kleinen Naabinsel in der Nähe des Bauernvereinslagerhauses einen 20 cm langen Angelhaken, der sich bei näherer Untersuchung als aus der jüngeren Bronze- oder frühen Hallstattzeit um 1300-1100 Jahre v. Chr. stammend erwies. Auf dieselbe Fundstelle geht auch die kleine gelbblaue Glasperle, ein Schmuckgegenstand aus der Zeit um 400 v. Chr. G., zurück, die sich heute im Städtischen Museum in Regensburg befindet. Die Kiesbaggerei Allkofer in Schwandorf lieferte 1932 aus der Naab gebaggerten Kies zum Bau der Eisenbahnunterführung beim Amberger Bahnhof. Beim Ausladen der Kiesmassen wurde die Perle aufgelesen, die sich später als für die Wissenschaft kostbarer Fund erwies. Seit dem Jahre 1928 wird auch ein frühmittelalterliches Gräberfeld aus karolingisch-ottonischer Zeit bei Krondorf genannt, dessen Lage leider nicht überliefert wurde. Im Jahre 1866 wurde beim Ausheben des sog. Irlgrabens ein Tongefäß mit Münzen gefunden, als Brakteaten bezeichnete diese die damalige Presse. Doch ehe diese wissenschaftlich ausgewertet werden konnten, verschwanden sie in den geheimen Kanälen der Antiquitätensammler, so daß heute niemand mehr von diesem Fund etwas weiß, der in die frühgeschichtliche Zeit des Ortes hätte Licht bringen können. Zu einem Gräberfeld gehört eine Siedlung, die mit unserem Krondorf identifizierbar ist. Zwar wird der Ortsname erst seit ca. 1123 als Crandorf überliefert und zu ahd. krano "Kranich" in Verbindung gesetzt, doch weist sich diese Namensform als viel älter aus, eben zugehörig der karolingischottonischen Zeit, so daß eine Verbindung zwischen dem Gräberfeld und dem Ortsnamen unterstellbar ist. Beide Orte, Schwandorf und Krondorf, waren wohl in der Frühzeit ihrer dörflichen Geschichte gleichgeordnete Brückenköpfe, die den Übergang über die Naab öffnen, aber auch sperren sollten. Allmählich verschoben sich aber die Verhältnisse, als Schwandorf eine Kirche erhielt, 1318 Pfarrei wurde, als sich dort ein Amtssitz herausbildete, das spätere Pflegamt. Der Zoll wurde mit Schwandorf verbunden, das damit Brückenort geworden ist, während Krondorf weiterhin die Rolle eines Brückenkopfes spielen sollte. Diese verkehrswirtschaftliche und politische Einheit mit dem Schwandorfer Sied-lungsraum wird auch durch die Geschichte der Landes- und Grundherrschaft offenbar. Nach dem Zerfall des Bayerischen Nordgaues scheinen die Grafen von Sulzbach diesen Raum beherrscht zu haben, wie es der für eine spätere Zeit belegte Murach-Hof in Krondorf aus Sulzbachischem Erbe vermuten lässt. Überliefert werden weiterhin die undurchsichtig gewordenen Besitzverhältnisse für das Irlach gegen Ende des 13. Jahrhunderts, die auch in die Sulzbachische Landesherrschaft hineinspielen. Mit Krondorf werden immer Richt, ca. 1231 Hohenwart, 1326 Hohen-Riut genannt, und Kreith als "Auf der Riute" angeführt.