letzte Änderung: 01.07.2011        Wackersdorfer Braunkohlebergbau 1971 - 1974 Geschichte und Entwicklung des Wackersdorfer Braunkohlen-Bergbaus vor Gründung der BBI 1971 Verlegung der Staatsstraße 2145 Schwandorf-Steinberg, frühere Kreis-straße) wegen Abbau des Tagebaus Oder I und II. Neue Trasse entlang Südrand von Tagebau Oder-Süd. Tagebau Westfeld restlos ausgekohlt, Stilllegung des Schwenkbaggers. (Gesamtleistung des Gerätes: 3,8 Millionen Masseneinheiten = cbm + t). Tagebau Ameisgrub und Sargholz ausgekohlt. Beginn Tagebau Brandlweiher. Ausweitung Tagebau Murnerweiher nach Brückelholz-West. Ab 1971 erfolgen alle Untersuchungs-und Entwässerungsbohrungen nur noch in Eigenregie. 1971 Inbetriebnahme des neuen Grabenbunkers im Westfeld (40 000 t Inhalt), als Ersatz für Kohlebunker Holzheim/Kräherweiher. Bahnstreckenerneuerung zwischen Bahnhof 2 und 3. Umstellung von S 49 auf S 54 Schienenprofil (stärkere Schienenköpfe) und Schwellenwechsel. Gesamt-Umbau (bei tägl.10 Stunden) innerhalb von 4 Tagen. Erweiterung u. Umbau des Bahnhof 3 u. Modernisierung der Zugsicherungs-anlagen = damit bei BBI eine der modernsten Anlagen der Bundesrepublik. BBI stellt 20,5 % der bayerischen Primärenergieerzeugung und ist nach den Rheinischen Braunkohlewerken 2 größter Braunkohlen-Förderer der Bundesrepublik. Bergung eines 20 Million Jahre alten, horizontal gelagerten, flachge-drückten Baumstammes zur Konservierung und Aufstellung im Geologisch--Paläontologischen Institut in München. 1971/72 Beschaffung 3 weiterer Dieselloks zur Steigerung der Transport-Leistung für das zu erweiternde Kraftwerk, damit insgesamt 7 Loks im Einsatz. 1972 Die BBI besitzt inzwischen 2.400 Hektar Grundeigentum. Tagebau Murnerweiher ausgekohlt. Abbaubeginn Tagebau Niesaß und Hofenstetten-West. Beginn der Sonderentwässerung des Sumpfgebietes Fischerlohweiher mit 18 Entwässerungsbrunnen. Entwässerungs-Bohrungen in Rauberweiher weitestgehend abgeschlossen, (1960-1972 insgesamt 685 Pegelbohrungen und 140 Entwässerungsbrunnen mit ca. 35.000 Bohrmetern erstellt). Ende der Rohkohlenbelieferung an VAW (insgesamt 5 Mio t Lieferung). Erweiterung des Kraftwerkes Schwandorf um 300 MW (Block D) auf 700 Megawatt Leistung; Block D geht am 11.7. erstmalig ans Netz. Die damit verbundene Erhöhung der Kohleförderung lässt leider auch Reduzierung der BBI-Lebensdauer um viele Jahre befürchten. "Bockt"-Personen-und Nahverkehr wird eingestellt. 1. IVV Wandertag im Tagebaugebiet rund um Wackersdorf mit über 3.500 Teilnehmern. Ausgabe einer Wanderplakette mit Darstellung des Schaufelradbaggers 3 und Zweckinschrift. Kaufm. Direktor Kramer wird von Dir. Sonntag abgelöst. Neuer Aufsichtsrat der Bayernwerk AG und Verbindungsmann zur BBI wird Direktor Künzel. 1973 Beginn der Innenkippe Brückelholz als Basiskippe für den späteren Brückeldamm, der bis 1980 fertiggestellt sein soll (Bedarf: 12 Mio Kubikmeter Abraum). Fertigstellung des Schutzgrabenbaus Rauberweiher-Nord. April: Schaufelradbagger 4 schneidet Fischerlohweiher an. 1973 Vergrößerung des Zugbetriebes: z. Zt.im Einsatz: 7 Dieselloks, 58 Groß-raumsattelwaggons je 55 t, 29 El.- Filteraschewagen, 44 Grobaschewagen. Schaufelradbagger 5 wird endgültig eingestellt, Geräte-Gesamtleistung 7,1 Millionen Masseneinheiten (cbm + t). Im Mai erhält BBI die "Umweltmedaille" vom Ministerium für Landes-entwicklung und Umweltfragen. Betriebs-Vorsitzender Georg Baierl erhält in Würdigung seiner Verdienste um die BBI den Bayerischen Verdienstorden. Die Gemeinde Wackersdorf erhält mit Zustimmung der Regierung in Regensburg ein neues Wappen mit Darstellung des Bergbau-Emblems und eines Baumes zur Bekundung der Bergbauindustrie und einer erfolg-reichen Landschaftsrekultivierung. Hans Kulzer wird neuer Betriebsrats-Vorsitzender, G. Baierl tritt nach 25-jähriger Tätigkeit vom Amt zurück. Für seine besonderen Verdienste um, die Entwicklung der "Deutschen Tagebautechnik" erhält Dr. Scharf das Bundesverdienstkreuz. Dr. Scharf tritt in den Ruhestand und wird gleichzeitig in den BBI--Aufsichtsrat berufen. Technischer Direktor wird Dipl.-Berging. Friedrich Oertel (seit 1966 bei BBI). 1974 Im Januar Reportage des Bayerischen Rundfunks über die BBI. Im April Tagebau Oder I restlos ausgekohlt. Schaufelradbagger 1 wird im Mai eingestellt, Gesamtleistung des Ge-rätes: 15,3 Millionen Masseneinheiten (cbm + t). Tagebau Brückelholz-West ausgekohlt. Beginn Tagebau Hofenstetten-Mitte. Sept.: Inbetriebnahme Kohlenbunker Rauberweiher-Ost (42.000 t). Letzter Abraum aus Tagebaufeld Rauberweiherhaus zum Nordfeld. Im Oktober Nordfeld endgültig verkippt, Absetzer 7 wird zum Tagebau Brandlweiher umgesetzt. Im Geschäftsjahr Erhöhung der Kohleförderung auf 8 Mio t bei gleich-zeitiger, Abraumbeweg von 6,5 Mio cbm. Beginn des bedienungslosen Betriebs der stationären Förderbandanlagen durch Einbau mehrerer Betriebs- Überwachungseinrichtungen. Abschluss eines Kohleliefervertrages zwischen Bayernwerk und CSSR, Beginn Zumischung von CSSR-Kohle (Brüxer Hartbraunkohle) zur BBI-Kohle über einen unterirdischen Unschlagbunker mit Aufnahmegerät. CSSR- Kohle-Qualität: 16.720 Kilojoule/Kg (KJ1Kg) = ca. 4.000 Kcal/kg. Mitarbeiterstand: 1.450 Mann. Fertigstellung der Hochwasserschutz-Grabenbauten im Feld Rauberweiher. Bergung von 20 Mio. Jahre alten aufrecht stehenden Bäumen aus den Zwischenmittel-Sanden Tagebau Brückelholz durch Geologisches Institut München Für seine Verdienste um die maschinen- u. elektrotechnische Entwicklung der "Deutschen Tagebautechnik" wird Betriebs-Direktor Karl Boer mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Knappenkapelle feiert ihr 50. Jubiläum. nächste Seite zurückblättern Seite 10 von 13 Seite 10 von 13