Wackersdorfer Braunkohlebergbau  1800 - 1895 Seite 1 von 13 letzte Änderung: 01.07.2011 zurückblättern Seite 1 von 13 nächste Seite Geschichte und Entwicklung des Wackersdorfer Braunkohlen-Bergbaus vor Gründung der BBI 1800 Erste geschichtliche Erwähnung der Wackersdorfer Braunkohlevorkommen (der Schneider Andreas Schuster stieß beim Brunnenbau auf Braunkohle) 1803 Der Pfarrer von Wackersdorf und 13 Mitgewerken gründen die erste Gewerkschaft. 1804 -1806 Auf Suche weiterer Kohlenvorräte 1807 Erfolgsmeldung des Vorstandes des Königlich Bayerischen Hüttenwerkes Bodenwöhr an Oberstes Bergamt München: "ein 2 Lachter mächtiges Braunkohlenlager mit geringer Überdeckung gefunden", (1 Lachter = 1,92 Meter). ab 1807 Köngliches Oberstes Bergamt ordnet die Ausbeutung der Wackersdorfer Kohlenlager an. Beginn kommerzieller Braunkohlengewinnung unter Leitung der pfalz-neuburgischen Landesdirektion. Wackersdorfer Kohle wird u. a. auch zur Ziegelherstellung in einem eigens dazu gebauten Ziegelofen eingesetzt. Abteufen eines Versuchsschachtes, dabei wird Braunkohlenlager von 8 Lachter Mächtigkeit (ca.15,50 Meter) gefunden, bei nur geringer Abraumüberdeckung von 2 -3 Metern. Abbau kommt nur zögernd voran. Wackersdorfer Schacht wird wegen Wasserschwierigkeiten immer wieder zeitweise eingestellt. Bau eines weiteren Schachtes mit Pumpanlage. 1807-1845 Staatlicher Betrieb der Wackersdorfer Kohlengrube durch Stollen-und Schachtbau. 1818 Erstes Wackersdorfer Bergwerksunglück: der Bergmann Andreas Hautmann erstickt an Grubengas Die Wackersdorfer Braunkohle wird außer zu Hausbrandzwecken nun im Hüttenwerk Bodenwöhr zur Dampfkessel- u. Schmiedeeisen-Erhitzung eingesetzt. 1824 Wackersdorfer Bergbau erhält zur Regierungs-Jubelfeier des Königs Maximilian Josef am 16. 2. eine königliche Fahne; eigenhändig gestickt von Königin Karoline, (Inschrift: "Es blühe der Bergbau und das Hüttenwesen"). 1825 Drei weitere Bergleute in den Schächten erstickt. 1831 Im Geschäftsjahr Verkauf von 950 Ztr. Brikett an das Bergamt Amberg. Verstärkter Braunkohleeinsatz für die Dampfmaschinen des Amberger Eisenerzbergbaus. bis 1832 Anhaltende Schwierigkeiten in den Staatlichen Bergwerken: Entwässerung und Wetterführung (Belüftung) sind äußerst mangelhaft; der Kohlentransort nach Bodenwöhr wegen schlechter Straßen unrentabel. 1832 Die Königliche Generaladministration München fordert "ernsthaftere" Betreibung des Bergbaus. Es wird ein Produktionsanstieg auf 1.320 Ztr Brikett im Geschäftsjahr erreicht. 1833 Bau eines Zechenhauses und eines Knappen-Wohnhauses. 1835 Ersteinsatz einer mit Braunkohle betriebenen Dampf-Fördermaschine für den Untertage-Braunkohlenbergbau. 1835/36 Kurzzeitige Erhöhung der Rohkohle-Förderung auf ca. 3.000 Ztr/Jahr.   Kohle-Einsatz bei neuem Eisenschmelzverfahren im Kupol-ofen in Bodenwöhr. 1836 Bau eines Maschinenhauses und eines Kohlemagazins. 1837 Aufstellung einer Dampfmaschine (im neuen Maschinenhaus) zur Abteufung des Schachtes, zur Kohleförderung, und zum Betreiben der Gruben-Wasserhaltung.   Bau einer Gruben-Schmiede. Ein weiterer Bergmann kommt durch Unfall am Rad der Dampfmaschine zu Tode. 1841/42 Braunkohlengewinnung nur noch im Schachtbetrieb. Die Wackersdorfer Gruben werden als Hauptbezugsquellen für die Dampfmaschinen des Amberger Eisenerzbergbaus wegen unregelmäßiger Belieferungen uninteressant. 1845 Auf Beschluss der Königlichen Bayerischen General-Bergwerks- und Salinen-Administration erfolgt am 18. Oktober 1845 Einstellung des Bergbaubetriebes in Wackersdorf wegen Absatzmangel der Braunkohle und Unrentabilität des Untertagebergbaus. Billiges Holz tritt an Stelle der Wackersdorfer Braunkohle. 1846 Die Schächte werden verfüllt, Zechengebäude wird abgetragen. 1847 Das Maschinengebäude wird abgebaut und die brauchbaren Materialien werden nach Bodenwöhr abtransportiert. 1888 Die Maxhütte erwirbt das 73,7 ha große Braunkohlenfeld "Marienzeche" bei Wackersdorf. 1895 Oskar von Miller baut im Schwandorfer Ortsteil Ettmannsdorf das erste Braunkohle-Kraftwerk auf der Basis des Braunkohleneinsatzes der Mathiaszeche (westl. von Schwandorf).